Informationskampagne ZERVITA zum Thema Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung und Prävention
Trotz sehr guter Möglichkeiten der Früherkennung und Frühbehandlung ist der Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) mit 5470 Neuerkrankungen im Jahr 2006 in Deutschland keine seltene Krebserkrankung. 1492 Frauen starben 2006 an den Folgen des Zervixkarzinoms.
Die Erkrankungsraten am Carzinoma in situ lagen 2006 bis zu viermal höher als die Inzidenz am invasiven Karzinom.
Gebärmutterhalskrebs ist nach Brustkrebs die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache junger Frauen bis 44 Jahre in Deutschland.
(Dachdokumentation Krebs am RKI: Krebs in Deutschland 2005/2006; Arbyn M et al. Ann.Oncol. 18:1425-7 (2007) Boyle P. u. Ferlay J. Ann Oncol 16:481-488 (2005)).
Dies sind Schicksale die sich vermeiden ließen, würden mehr Frauen und Mädchen die heute vorhandenen Angebote zur Früherkennung und Vorbeugung wahrnehmen.
Zusammenhang zwischen HPV und Gebärmutterhalskrebs
Eine andauernde Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) ist die Vorraussetzung für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Diese Entdeckung wurde unlängst mit der Vergabe des Medizin-Nobelpreises 2008 an Prof. Harald zur Hausen gewürdigt. Ca. drei Viertel aller Frauen und Männer kommen im Laufe ihres Lebens mit humanen Papillomviren, die Krebs auslösen können, in Kontakt. (Koutsky LA. Epidemiology of genital human papillomavirus infection. Am J Med 1997;102:3–6 und Syrjänen K et al. Prevalence, Incidence, and estimated life-time risk of cervical Human Papillomavirus Infections in a nonselected Finnish female population. Sex Transm Dis 1990;17:15-19).
Diese Zusammenhänge sind Frauen in Deutschland noch zu wenig bekannt. Der Themenkomplex „Gebärmutterhalskrebs“ wird nach wie vor in den Medien rege diskutiert. Trotzdem –oder vielleicht deswegen- besteht noch viel Halbwissen und Unsicherheit. Um nur ein Beispiel zu nennen, glauben laut einer aktuellen Umfrage noch rund 70% der Mädchen und Frauen, dass –neben anderen Faktoren- die genetische Veranlagung für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich ist. Nur 22 % der Frauen, die bereits Kenntnisse zum Thema Gebärmutterhalskrebs hatten, haben auch schon von HPV als Auslöser gehört (GSK, 8/2006).
Eine gute Aufklärung und ein fundiertes Wissen der Bevölkerung bezüglich der Verbreitung und der Ansteckungswege ist umso wichtiger, um effizient Vorbeugungsmaßnahmen treffen zu können.
Impfstoffe gegen HPV 16 und HPV 18
In den letzten Jahren wurden Impfstoffe gegen die Hauptverursacher des Zervixkarzinoms – die Humanen Papillomviren HPV 16 und 18 – entwickelt und erfolgreich getestet. Die STIKO hat im März 2007 eine Empfehlung für die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) für Mädchen von 12 bis 17 Jahren ausgesprochen. Durch eine solche Impfung kann der Erkrankung noch wirksamer vorgebeugt werden.
Allerdings bleibt die Früherkennungsuntersuchung auch für geimpfte Frauen wichtig. Denn die Impfung deckt nicht alle Krebs auslösenden Viren ab. Diese Zusammenhänge sind jedoch in der Bevölkerung zu wenig bekannt. Wissenschaftlich fundierte Informationen über die Verhütung und Bekämpfung von Gebärmutterhalskrebs sind deshalb weiterhin nötig, wenn diese neuen Möglichkeiten der Medizin optimal genutzt werden sollen.

