Humane Papillomviren (HPV)
Humane Papillomviren (HPV) können Warzen (Papillome) und Krebsvorstufen (Dysplasien, cervicale intraepitheliale Neoplasien, CIN) bis hin zu Krebs verursachen.
Weit über 100 HPV-Typen sind bisher bekannt. Etwa 40 davon infizieren die Haut oder Schleimhaut im Genitalbereich und am After (de Villier 2004, IARC 2005).
Die genitalen HPV-Typen werden in zwei Gruppen eingeteilt.
Die Einteilung erfolgt entsprechend ihrer Fähigkeit, Krebswachstum auszulösen:
Hoch-Risiko-HPV-Typen (High-Risk-HPV, HR-HPV)
- sind bei mehr als 99 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs im Tumorgewebe nachweisbar. Es gilt heute als gesichert, dass eine Infektion mit HR-HPV eine notwendige Voraussetzung für die Entstehung eines Zervixkarzinoms darstellt.
- Die Mehrheit der Gebärmutterhalskrebserkrankungen (circa 70 %) wird durch nur zwei HR-HPV-Typen hervorgerufen: HR-HPV 16 (etwa 50 Prozent) und HPV 18 (etwa 20 Prozent) (Munoz 2003, Munoz 2004, Cogliano 2005).
Niedrig-Risiko-HPV-Typen (Low-Risk-HPV, LR-HPV)
- werden praktisch nie bei Gebärmutterhalskrebs gefunden. HPV 6 und – weniger häufig – HPV 11 sind aber Hauptverursacher (etwa 90 Prozent) von (gutartigen) Warzen im Genitalbereich.
Einige HPV-Typen spielen auch eine Rolle bei der Entstehung von Krebs an der Vulva (Riethdorf 2004), am Penis (Senba 2006) und am After (Anus) (Kagawa 2006, Schiffman 2003, Varnai 2005) sowie im Mund- und Rachenraum (Gillison 2004, Tran 2007).
Die meisten HPV-Infektionen bleiben unbemerkt und verursachen keine Veränderungen wie Warzen oder Krebsvorstufen. Bleibt eine Infektion mit HR-HPV aber länger bestehen, dann können sich ausgeprägte Zellveränderungen, Krebsvorstufen (Cervicale Intraepitheliale Neoplasien, CIN) und, falls keine Behandlung erfolgt, auch Krebs entwickeln.

